Tag zwei bei Pferd International München: Nach einem traumhaften Auftakt bei Süddeutschlands größter Freiluftveranstaltung rund ums Pferd am gestrigen Feiertag strömten die Besucher auch heute in Scharen auf die weitläufige Olympia-Reitanlage in München-Riem. Topsport im Springparcours und Dressurviereck, waghalsige Schaunummern im Stadion und eine bunte Messe sorgten ebenso für Abwechslung wie die Wettkämpfe in der Working Equitation und der Auftakt zu den Deutschen Meisterschaften der Para-Dressurreiter.

Auf 5*-Niveau tanzten die Vierbeiner durch die Gut Wettlkam Dressurarena und boten den Zuschauern einen fantastischen Ritt nach dem anderen. Die beste Vorstellung gab eine junge Schwedin, die im vergangenen Jahr auch bei den Olympischen Spielen in Tokio an den Start gegangen war: Therese Nilshagen, die nach dem Abitur nach Deutschland zog, um Deutsch zu lernen und zu reiten und dann nicht nur hier blieb, sondern auch die Liebe zum Reitsport zum Beruf machte. Mit dem lackschwarzen Oldenburger Hengst Dante Veltino OLD setzte sie sich an die Spitze, noch vor Benjamin Werndl aus Aubenhausen. Der junge Familienvater, bestens gecoacht von der amtierenden Olympiasiegerin in Gestalt seiner Schwester Jessica von Bredow-Werndl, lenkte seinen bewährten Daily Mirror wie stets mit leichter Hand zur silbernen Schleife. Drittplatziert wurde Dorothee Schneider mit Faustus.

Im CDI3* Grand Prix konnte die Österreicherin Victoria Max-Theurer mit dem baden-württembergischen Hengst Birkhof’s Topas FBW die Favoritin und Vortagessiegerin Isabell Werth auf Platz zwei verweisen. Bei der siebenfachen Olympiasiegerin und dem mittlerweile 16-jährigen Emilio hatten sich ein paar kleine Fehlerchen eingeschlichen. Der braune Totilas-Sohn von Victoria Max-Theurer lieferte dagegen eine glasklare Vorstellung ab, die am Ende den Sieg bedeutete. „Ich bin einfach nur sprachlos, dass wir hier in so einem hochkarätigen Starterfeld gewinnen konnten“, freute sich die junge Frau.

Bereits am Morgen hatte die Finalqualifikation zur Serie Derby Stars von Morgen auf dem Programm gestanden. Hier verwies die Frankfurter Championatsreiterin Dorothee Schneider die Konkurrenz deutlich in die Schranken. Mit fast 100 Punkten Vorsprung trabte sie mit Lordswood Dancing Diamond an die Spitze. Drei bayerische Reiter zeigten, dass mit ihnen durchaus zu rechnen ist. So belegten Franz Trischberger (Hofgut Allerer) mit Apanage, Victoria Nielsen (RA München) mit Dallas und Jessica Neuhauser (Waldhauser Hof) mit Fonda die Ränge drei, vier und fünf.

Auch in einer CDI1* Intermediaire I machte Dorothee Schneider keine halben Sachen. Mit Flashback holte sie sich die goldene Schleife. Silber ging an die Bayreutherin Stefanie Schatz-Weihermüller mit C’est la vie.

Für die Spezialisten im Springparcours gab es heute als sportliches Highlight ein S**-Springen mit Siegerrunde zu reiten. Am Ende triumphierte ein Neuseeländer, der seit über 20 Jahren ein Bayer ist. Seit 2001 ist Richard Gardner, der im neuseeländischen Christchurch geboren wurde und in Tologa Bay, einem kleinen Ort an der Ostküste des Landes aufwuchs, in Deutschland. Und seit dieser Zeit arbeitet er für das Stätzlinger Gestüt Jennissen, das er gemeinsam mit seiner Frau Nanni Jennissen betreibt. Den Sieg holte er sich mit dem 14-jährigen Holsteiner Calisto. Zweitbester bayerischer Reiter war Denis Nielsen von der RA München mit C.H.I.O. auf Rang vier.

Bereits am Vormittag hatten sich Richard Gardner mit Ippolito und der Baden-Württemberger Alexander Schill goldene Schleifen in zwei CSI YH-Springen für Nachwuchspferde geholt. In einem Zwei-Phasenspringen CSI1* hatte der Großostheimer Tim Hartlaub mit Bonita die Nase vorn.

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